Artikel Stern Heilpraktiker

Kommentar zum Stern-Artikel April 2017 über Heilpraktiker und online Diskussion

2. Mai 2017

Leider habe ich den Original-Stern-Artikel zum Thema gefährliche Heilrpaktiker nicht gelesen, jedoch die online-Versionen und Kommentare gelesen.

Ich von meiner Seite möchte mich von den erwähnten unserösen Praktiken zur Behandlung von Krebspatienten deutlich distanzieren, nicht umsonst bin ich Mitglied in medizinischen Fachgesellschaften wie der DGHO und DKG mit entsprechenden Facharbeitsgruppen zur intergrativen Medizin, ASORS etc.

Ebenso distanziere ich mich von nachweislich unwirksamen Behandlungsmethoden, egal ob zur Krebstherapie oder bezüglich der Therapie anderer Krankheiten.

Als verantwortungsbewußter Heilpraktiker, aber auch als Arzt, sollte man auch entsprechend handeln und sich an wirksame Methoden und geprüfte Medikamente oder auch Monographien aus der Phytomedizin halten.

Off-label-use von in einem Indikationsbereich nicht zugelassenen Mitteln ist in der Medizin und gerade bei seltenen Erkrankungen und in der Onkologie keine Seltenheit, aber hier haben die Wirkstoffe ihre Wirkung bzw. Verträglichkeit schon andernorts unter Beweis gestellt bzw. haben für andere Indikationen eine Zulassung. Das Risiko für große oder fatale Schäden/Nebenwirkungen wird damit so weit wie möglich minimiert.

Auch hierzukande teils nicht geprüfte Verfahren der asiatischen Lehren TCM  oder Ayurveda sind teils in der Literatur dokumentiert, sodass man hier gute Anhaltspunkte für eine sinnvolle Therapie finden kann, ohne ein verantwortungsloses Risiko einzugehen.

Auf keinen Fall sollten jedoch Stoffe verwendet werden, die gar nicht oder nur in vitro gestestet wurden.

Es ist schade, dass durch einzelne Heilpraktiker, aber auch Ärzte, die ihre Kompetenzen überschreiten oder nicht fachkundig sind, seriös und verantwortungsvoll arbeitende Kollegen und Kollleginnen in ihrem Ruf und ihrer Arbeit geschädigt werden.

Bei solchem drastischem heilkundlichen Fehlverhalten von Heilpraktikern als auch Ärzten sollten die Gesundheitsämter bzw. Ärztekammern kontrollierend eingreifen.

Immerhin wird im online-Artikel zumSchluß auch erwähnt, dass es zahlreiche Beispiele für seriös arbeitende Heilpraktiker gibt.

Ich sehe es auch so, dass die Ausbildung im Heilpraktikerberuf auf einen einheitlichen Stand gebracht werden sollte, das betrifft sowohl eine sinvolle, praktikable und faire gestezliche Zulassungs- und Prüfungsregelung als auch ein Curriculum für ausbildende Schulen.

Eine hitzige plakative Presse bzw. Diskussion mit überproportionaler Darstellung von (einzelnen) Fehlbehandlungen im Vergleich zu korrekter verantwortungsvoller heilpraktischer bzw ärtzlicher Behandlung bringt jedoch keinen erstrebenswerten Vorteil in der Sache, sondern richtet nur Schaden an.